Aus der Praxis
Situationen, die ich übernommen habe.
Keine Referenzliste, keine Kundenlogos. Sondern echte Situationen aus den letzten Monaten – anonymisiert, aber real. Vom kleinen, inhabergeführten Betrieb bis zum Konzernstandort. Die Größe entscheidet nicht. Die Situation entscheidet.
Verantwortung übernehmen
Wenn plötzlich niemand mehr zuständig ist.
Der Finance Manager war weg. Der Monatsabschluss musste trotzdem laufen.
An einem ausländischen Standort fiel der verantwortliche Finance Manager kurzfristig aus. Ich kannte den Standort vorher nicht – und stand am zweiten Arbeitstag im ersten Ergebniscall. Gleichzeitig standen Monatsabschluss, Reporting und die Führung des Teams an.
Ich übernahm die Verantwortung, koordinierte den Abschluss und führte das Team weiter, bis ein Nachfolger gefunden und eingearbeitet war.
Kein Abschluss wurde verschoben, keine Frist verpasst. Der Standort lief weiter, als hätte es den Ausfall nie gegeben.
Mehrere Monate kommissarische Leitung.
Nach dem Abgang des Verantwortlichen blieb die Leitung Rechnungswesen in einem Unternehmen unbesetzt. Mehrere Angestellte brauchten Führung – und die Abschlüsse mussten weiterlaufen.
Ich übernahm die Leitung kommissarisch, verantwortete über mehrere Monate die Abschlüsse und steuerte die Jahresabschlussprüfung federführend.
Die Abschlüsse liefen ohne Unterbrechung weiter. Und der neue Leiter übernahm ein geordnetes Haus, keine Baustelle.
Buchhaltung ohne System – bis sie eins bekam.
Ein Unternehmen hatte seine laufende Buchhaltung über Jahre ohne klare Systematik geführt. Gleiche Sachverhalte wurden mal so, mal anders gebucht. Vieles blieb liegen, die Abschlüsse verzögerten sich, verlässliche Zahlen gab es nicht.
Ich übernahm die laufende Buchhaltung, arbeitete parallel das Vorjahr auf und brachte Struktur hinein – mit einer festen Buchungslogik, die gleiche Fälle künftig gleich behandelt. Zusätzlich legte ich der Unternehmensleitung eine Auswertung vor, die die Entwicklung über die Monate durchgängig sichtbar macht.
Der Abschluss läuft heute in einem klaren Takt. Die Unternehmensleitung hat eine BWA, der sie vertrauen kann – und eine Buchungslogik, die auch ohne mich hält.
Finance stabilisieren
Wenn die Zahlen nicht mehr erklärbar sind.
Die Zahlen schwankten. Niemand wusste, warum.
In einem Betrieb schwankten die Monatsergebnisse um sechsstellige Beträge, ohne nachvollziehbare Ursache. Abgrenzungen wurden nach Gefühl gebucht, die Bewertungssystematik war über Jahre gewachsen und wurde kaum noch verstanden.
Ich analysierte die Bewertung, setzte sie neu auf, stellte von Standard- auf Istkosten um und rechnete vier Monate rückwirkend nach, um eine belastbare Vergleichsbasis zu schaffen.
Seitdem sind die Ergebnisse nachvollziehbar. Nicht jeder Monat fällt besser aus – aber jeder lässt sich erklären.
Eine lange Reihe von Abschlüssen, rückwirkend korrigiert.
In einem Dienstleistungsunternehmen war ein Ergebnisabführungsvertrag über viele Jahre nicht korrekt gebucht worden. Ein Verlustvortrag hätte vorrangig ausgeglichen werden müssen, dazu kamen periodische Verschiebungen. Die Datengrundlage war lückenhaft, die Dokumentation dünn.
Ich bereitete die Zahlen strukturiert auf und korrigierte eine Reihe aufeinanderfolgender Jahresabschlüsse rückwirkend – Bilanzen, GuV, Anhänge, sämtliche Anlagen. Die aufbereiteten Abschlüsse wurden dem Steuerberater zur Prüfung vorgelegt.
Jahre, die niemand mehr anfassen wollte, waren am Ende sauber und prüffähig.
Ein Fehler kam jeden Monat wieder.
Ein kleines, inhabergeführtes Handelsunternehmen hatte ein neues Fakturierungsprogramm eingeführt, das die Debitorenbuchungen fehlerhaft an die Finanzbuchhaltung übergab. Erkannt wurde das erst spät – der Jahresabschluss war bereits fertig, das Folgejahr lief schon.
Ich arbeitete beide Geschäftsjahre systematisch auf, bereitete die korrigierten Zahlen auf, sodass Abschluss und Steuererklärungen neu erstellt werden konnten, und brachte das laufende Jahr auf saubere Basis. Für die Zukunft entwickelte ich ein kleines eigenes Programm, das die Rohdaten aus der Fakturierung automatisch ins richtige Buchungsformat überführt.
Abschluss und Steuererklärungen stimmten wieder – und der Fehler kann sich seither nicht wiederholen.
Unter Druck liefern
Wenn die Frist steht und nichts fertig ist.
Die Betriebsprüfung lief bereits.
Während einer laufenden Betriebsprüfung stellte sich heraus, dass der benötigte Datenextrakt aus dem ERP-System nicht bereitgestellt werden konnte – ein zentrales IT-Ticket, kurzfristig nicht lösbar. Mehrere Standorte hatten dasselbe Problem.
Ich prüfte eine Alternativlösung, integrierte sie und setzte sie produktiv.
Die Prüfung startete zum Ersatztermin planmäßig – und die Lösung trug auch die anderen Standorte mit.
Vier Tage bis zum Jahresabschluss.
Für zwei verbundene Gesellschaften stand kurzfristig eine mögliche Umstrukturierung im Raum. Die benötigten Jahresabschlüsse lagen nicht vor – und die Unterlagenlage war schwach: keine Kontennachweise, keine Vorjahresdaten, nur die reinen Abschlüsse.
Nach mehrwöchigem Anfordern der fehlenden Belege bereitete ich beide Abschlüsse vollständig auf – Bilanz, GuV und Anhang. Die aufbereiteten Abschlüsse wurden anschließend dem Verantwortlichen zur Prüfung vorgelegt.
Die Abschlüsse lagen vor, bevor die Frist zum Problem wurde. Die Umstrukturierung konnte wie geplant geprüft werden.
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